Geschichte der Bark Kruzenshtern

Kruzenstern (ursprünglich Padua) ist eine Viermaststahlbark, die heute nach dem deutsch-baltischen Kapitän und russischen Admiral Adam Johann von Kruzenstern benannt ist.

Padua  

Heimathafen des Windjammers ist Kaliningrad.

Die Kruzenstern ist als einziger der berühmten Flying-P-Liner, der Flotte der Reederei F. Laeisz, noch heute im Einsatz auf See.

Das Schiff wurde 1926 auf der Joh. C. Tecklenborg-Werft an der Geeste in Bremerhaven als Padua vom Stapel gelassen. Es gehörte mit Schiffen wie der Pamir und der Passat zu den berühmten Flying-P-Linern der Hamburger Reederei F. Laeisz, deren Namen traditionsgemäß mit einem "P" begannen. Auf der Jungfernreise brauchte sie von Hamburg nach Talcahuano (Chile) 87 Tage.

Die Padua wurde anschließend als frachttragendes Segelschulschiff eingesetzt. Unter anderem brachte sie Baumaterialien nach Südamerika, kehrte von da mit Salpeter zurück und transportierte später auch Weizen aus Australien. Den Weg von Hamburg nach Port Lincoln in Süd-Australien legte sie 1933/1934 in der Rekordzeit von 67 Tagen zurück.

In den 1930er und 1940er Jahren wurde die Padua mehrfach vorübergehend als Filmkulisse genutzt, so für "Die Meuterei auf der Elsinore" (erschienen 1935), "Ein Herz geht vor Anker" (erschienen 1940) und "Große Freiheit Nr. 7" (erschienen 1944) mit Hans Albers.

Das Schiff musste nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 als Reparationsleistung an die UdSSR abgegeben werden und erhielt seinen heutigen Namen. Auch nach 1955 wurde das Schiff mehrfach als Kulisse für sowjetische Filme benutzt.

Heute nutzt das russische Ministerium für Fischwirtschaft die Kruzenstern zur Ausbildung des Nachwuchses der Fischereiflotte. Dabei nimmt sie an vielen internationalen Regatten teil, so auch an der alle fünf Jahre stattfindenden Sail in Bremerhaven. Zunehmend werden auch zahlende Passagiere (Trainees) mitgenommen, die so zum Unterhalt des Schiffes beitragen.

Passagen und Kapitäne

Bekannte Passagen der Padua waren die Reise von "Elbe 1" bis Talcahuano, Chile, in 54 Tagen (1927), von Mejillones, Chile, bis zum Leuchtfeuer "The Lizard" (England) in 72 Tagen (1928) und von Hamburg nach Wallaroo, Australien in 67 Tagen (1933–1934). 1938-1939 segelte sie auf der Route Bremen-Chile-Australien-Hamburg.

1926 wurde Carl Schuhberg Kapitän. Die schnellste Reise, die zugleich auch Weltrekord für Rahsegler ist, machte sie 1938/39, von Hamburg nach Chile und Australien zurück nach Hamburg, in 8 Monaten und 23 Tagen unter Kapitän Richard Wendt. Mit Kapitän Jürgen Jürs umrundete sie viermal Kap Hoorn (vgl. Kap Hoornier).

Mittlerweile in "Kruzenstern" umbenannt, fuhr sie unter P. Wlassow und danach unter N. Schulga oft von den Baltischen Häfen ins Schwarze Meer.

1974 nahm sie an der "Operation Sail" (der Sail Training Association) teil. Von 1976 bis 1984 fuhr sie unter I. Schneider; dann unter den Kapitänen G. Kolomenskij und Oleg Sedow. Derzeitiger Kapitän ist Michail Nowikow. Beim Transatlantikrennen von Kanada nach Liverpool gelang ihr bei einem schweren Sturm der erste Platz, den sie auch zwei Jahre später verteidigen konnte.

Im Januar 1981 ging die Kruzenstern an die Estonian Fisheries Industry. Statt Riga wurde Tallinn Heimathafen, 10 Jahre später als Teil der State Baltic Academy of the Fisheries Fleet Kaliningrad.

  Kapitän Michail Nowikow

Größter Triumph wurde für sie bei der "Operation Columbus '92" zur 500-Jahre-Amerika-Feier der Sieg im Rennen von Boston nach Liverpool. Dabei erreichte sie die Rekordgeschwindigkeit von 17,4 Knoten (32,3 km/h).

2009 nahm die Krusenstern an der Tallship Atlantic Challenge teil, musste diese jedoch auf der Etappe Hamilton (Bermuda) Richtung Boston (USA) aufgrund eines Bruches im Vormast abbrechen.

    Schwesterschiffe:

  Pangani  - 1903, 1913 gesunken.
  Petschili   - 1903, 1919 gestrandet.
  Pamir  - 1905, 1957 gesunken
  Peking  - 1911, heute in New York (USA)
  Passat  - 1911, heute liegt die Viermastbark Passat in Travemünde.
  Pola  - 1918, 1926 abgewrackt.
  Priwall  - 1920, 1945 ausgebrannt
  Padua  - 1926, heute Viermastbark Kruzenshtern.
     

 

  •  Tech. Daten der Bark Kruzenshtern

 


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Bark "Kruzenshtern", © 2011